Teil 2 - Die Fotografie-Spots

Im ersten Teil dieser Blog-Serie ging es um das grobe Kennenlernen der Region. Dabei habe ich beschrieben, welche Tools ich einsetze, um mir einen ersten Überblick zu verschaffen. Bei dieser Recherche bin ich bereits auf die ersten Fotografie-Spots gestoßen. In diesem Teil, soll es vertieft um die Suche und Planung von Fotografie-Spots gehen. Ich zeige dir welche Plattformen ich verwende und was für weitere hilfreiche Quellen es für Fotografen noch gibt. Abschließend liste ich noch das Equipment, welches ich auf die Reise mitnehme, auf! 🙂

Locationscout


Super Startpunkt für die Recherche nach Foto-Spots!

In den letzten paar Monaten hat sich mein Vorgehen bei der Suche nach Foto-Spots etwas geändert. Grund dafür ist die Website Locationscout. Die Website ist relativ unbekannt und hat aus diesem Grund auch nicht jede Location im Index. Wenn man hier jedoch einen Ort findet, dann kriegt man qualitativ hochwertigen Input für die erste Planung. Am Bespiel vom Berchtesgadener Land findet man sehr viele nützliche Information.

Meistens fange ich mit der Karten-Ansicht bei Locationscout an. Dafür navigiere ich dann an meine Location und sehe schon mal einen ersten Überblick der hochgeladenen Fotos auf Locationscout. Nun muss ich mich nur noch durchklicken und habe somit sehr viele nützliche Informationen auf einen Schlag!

Als Beispiel nehmen wir hier mal eine sehr bekannte Stelle: Das Foto der Maria Gern mit dem Blick auf die Alpen im Hintergrund.

Hier kriegen wir mit einem Blick auf die Karten-Ansicht folgende Information:

  • Von wo und wann wurde fotografiert?
  • Wie war der Blickwinkel?
  • Wo geht die Sonne auf und runter?
  • Wo ist ein möglicher Parkplatz?

Na, wo kriegt man sonst so viel auf einem Schlag heraus? – Hier zeigt sich die Stärke von Locationscout. Ich kenne keine andere Plattform im Internet, bei der man für so wenig Aufwand so viele Information auf einmal bekommt!

Unabhängig davon, ob du deine Location auf Locationscout gefunden hast oder nicht, würde ich dir raten auf weiteren Plattformen zu gucken. Vielleicht sogar speziell nach Locations, die du bereites gefunden hast. Dann kriegst vielleicht andere Blickwinkel, eine andere Jahreszeit oder Tageszeit zu dem Foto-Spot.

500px


Viele gute Fotos zu perfekten Bedingungen

500px wird den meisten Fotografen ein bekannter Begriff sein. Es ist eins der bekanntesten Online Foto-Communities zu der heutigen Zeit. Flickr hat unteranderem durch 500px fast komplett die Bedeutung verloren. Auf 500px findet man eigentlich zu fast jeder bekannteren Location hunderte von Fotos. Durch eine passende Filterung kann man sich viel Zeit sparen. Ich wähle meistens die Kategorie Landscape aus und sortiere anschließend anhand des Pulses. Beim Beispiel von Berchtesgaden, würde ich folgende Filterung und Eingabe tätigen. Leider hat man hier keine Option, um zu sagen: Zeige mir nur das bestbewertete Bild vom Hintersee an.

Man kann sich aber die Profile der Fotografen genauer angucken. Meistens erstellen die Fotografen Gallerien, in denen man dann oftmals unterschiedliche Bilder zu einer Region findet. Super Inspirationsquelle!

Weitere Quellen


In Kombination zum ersten Teil dieser Serie und den zwei oben beschriebenen Quellen, sollte man eigentlich zu diesem Zeitpunkt sehr viele Foto-Spots gefunden haben. Wenn man aber wissen möchte, wie man zu einer Location kommt, oder wie die Sonne zu einer bestimmten Uhrzeit steht, dann muss man auf andere Quellen zurückgreifen.

Facebook ist dafür meiner Meinung nach echt gut geeignet. Wenn man in Facebook-Gruppen sucht (z. B. Landschaftsfotografie-Gruppen), dann findet man sehr oft nette und hilfsbereite Fotografen, die bereits oft an der Location gewesen sind. Im besten Fall, findet man sogar einen Einheimischen – eine bessere Quelle gibt es meistens nicht, wenn es um speziellere Fragen geht.

The photographer’s ephemeris ist eine Möglichkeit sich vorher den Sonnenstand zu einem bestimmten Datum und Uhrzeit anzugucken.

Mit Dark side finder kann man sich die Lichtverschmutzung in der jeweiligen Region angucken. Möchte man also bei Neumond die Milchstraße fotografieren, dann ist das die erste Anlaufstelle! 🙂

Wie ihr zu bestimmte Orte wandert, könnt ihr euch mit Outdooractive anschauen. Hier bekommt man eine Route vorgeschlagen und sieht sofort wie lange man laufen muss, wie viele Höhenmeter es sind und was für eine Art von Weg man vor sich hat. (Wanderweg, Pfad, Schotter, etc.)


Meine Entscheidung


Im Berchtesgadener Land warten sehr viele Fotografie-Spots auf einen. Ich habe mir keine unbekannten Spots ausgesucht, denn das muss beim ersten Besuch meiner Meinung nach nicht sein. Man muss nicht immer nach was neuem suchen, wenn man noch nicht mal die Klassiker fotografiert hat! 🙂

Somit stellt sich meine Liste wie folgt zusammen:

  • Am Anreisetag geht es zur Jenner Aussichtsplattform. Wenn es mir gefällt, könnte man dort auch nochmal zum Sonnenaufgang hin.
  • Den Hintersee werde ich bei Sonnenaufgang, Sonnenuntergang und bei Nacht fotografieren.
  • Röthbachfall & Obersee am frühen Morgen (Mit dem ersten Schiff)
  • St. Bartholomä auf dem Weg zum Obersee und ggfs. bei einer Wanderung
  • Eiskapelle ist unabhängig von der Tageszeit und kann somit spontan eingebaut werden.
  • Maria Gern bei Sonnenaufgang
  • Almbachklamm / Wimbachklamm / Gollinger Wasserfall sind alle unabhängig von der Tageszeit und werden vermutlich auf einen Mittag gelegt werden
  • St. Sebastian & Lockstein Kapelle zum Sonnenuntergang

Viel genauer möchte ich eigentlich gar nicht planen. Man könnte jetzt pro Spot einen Tag und Uhrzeit einplanen, jedoch möchte ich noch etwas flexibel sein und anhand des Wetterberichtes vor Ort entscheiden können. Wichtig ist es, dass man weiß wo man alles hin könnte! 😉

Das Equipment


Was nehme ich alles mit?

Anhand der Foto-Spots, die ich mir ausgesucht habe, wird mir ein Weitwinkel nicht ausreichen. Wer mich kennt, weiß, dass ich ein Freund von zwei Bodies bin. Zum einen ist man etwas abgesichert, da man im Schadensfall noch ein Backup Body hat und zum anderen vermeide ich gerne Objektiv-Wechsel im Freien.

Somit kommen auf jeden Fall zwei Bodies und jeweils ein Objektiv mit. Ein Stativ ist ohne Frage ein Muss in der Landschaftsfotografie – außerdem kann ich endlich meinen neuen Kugelkopf richtig testen! Dazu noch ein paar Filter und das sollte auch schon mehr als genug sein! 😉

Genug geplant! Am Samstag geht die Reise los und dann werde ich mal schauen, was mir die vorherige (diesmal) relativ kurze Planung gebracht hat. Im dritten Teil werde ich dann einige meiner Ergebnisse präsentieren und euch berichten was ich alles nicht bedacht habe!

Ich hoffe, der kleine Einblick in mein Vorgehen hat euch geholfen. Wenn dem so ist, dann lasst mir doch ein Kommentar da! 🙂