Teil 3 - Nach der Reise

Nachdem nun doch einige Wochen seit Teil 2 vergangen sind, kommt hier der dritte und letzte Teil dieser Blog-Serie.

In den ersten beiden Teilen ging es um die grobe Übersicht und um die Planung der Fotografie-Spots. Im Vorfeld erwähnt: Die Planung hat sich absolut gelohnt – auch wenn nicht alles nach Plan verlaufen ist!

Aber fangen wir vorne an. Wir haben unsere Unterkunft mit AirBnb* gebucht und sind auch diesmal vollkommen zufrieden mit der Wahl gewesen. Gute Wohnung in einer guten Lage und mit Blick auf den Watzmann. Wenn du AirBnb mal ausprobieren willst, dann kannst du meinen Link nutzen und 35€ auf deine erste Reise sparen!

Die erste Erkenntnis, die wir vor Ort hatten: Die öffentlichen Verkehrsmittel sind vorhanden, jedoch absolut nicht fotografenfreundlich. Die Abfahrzeiten waren viel zu spät und die Rückfahrten viel zu früh. Somit sind die öffentlichen Verkehrsmittel – obwohl die Bushaltestelle direkt vor der Wohnung lag – leider direkt als Fortbewegungsmittel rausgefallen.

Also musste das Auto her! Erstaunlicherweise kommt man mit dem Auto perfekt zu fast jeder Lokation. Die Parkplatzangebote sind gut und mit der Gästekarte (in der Kurtaxe enthalten) gibt es außerdem immer wieder reduzierte Preise. Die Gästekarte haben wir ebenfalls von unserem AirBnb-Host bekommen.

Die geplanten Fotografie-Spots


Jenner


Geplant war die Aussichtsplattform des Jenners direkt am Anreisetag zu besteigen und ggfs. nochmal am frühen Morgen. Wie sich rausstellte war der Plan sehr ambitioniert! Dass die Jennerbahn nicht gefahren ist, haben wir ja bereits bei der Planung herausgefunden. Wer nicht den kompletten Weg von der Einstiegsstation bis zur Aussichtsplattform laufen möchte, der sollte diesen Parkplatz als Startpunkt nehmen.

Der Aufstieg ist gut ausgeschildert, teilweise steil aber doch recht leicht zu gehen. Wanderschue solltest du jedoch auf jeden Fall anziehen! Je nachdem wie fit du bist, solltest du mit einer Aufstiegszeit von 2-4 Stunden rechnen.

Anhand der Zeit kann man sich also vorstellen, dass der Plan „ggfs. zum Sonnenaufgang nochmal hoch gehen“ absolut nicht funktioniert hat! Wenn du dich entschließt zum Sonnenuntergang hoch zu gehen, dann solltest du auf jeden Fall eine Taschenlampe und Wasser mitnehmen! Der Rückweg ist nämlich ziemlich dunkel! 😉

Der Aufstieg hat sich aber auf jeden Fall gelohnt!

Aussicht vom Jenner
1s - f/9 - ISO 100 @ 20mm

Der Hintersee


Der Hintersee ist optimal mit dem Auto zu erreichen. Durch die gute Lage kannst du hier zu jeder Zeit hinfahren. Vom Berchtesgadener Hauptbahnhof sind es ca. 20 Minuten bis zur Location.  Morgens habe ich nie jemanden vor Ort gesehen, abends hingegen sind die bekannten Spots gut besiedelt! Du solltest aber auch ein paar andere Blickwinkel ausprobieren. Jede paar Meter bietet sich eine gute Komposition – also Augen geöffnet halten!

Ich wollte eigentlich „das bekannte“ Foto mit glühender Bergspitze und verfärbten Wolken. Dazu noch ein tiefstehender Nebel und ruhiger Wind. Leider habe ich diese Kombination selbst nach dem vierten Besuch nicht erhalten! Neben dem „bekannten“ Hintersee Foto habe ich noch ein paar andere Blickwinkel mitgenommen, die mir durchaus gut gefallen.

Hintersee
0,8s - f/10 - ISO 100 @ 15mm

Zauberwald


Wer etwas Zeit hat, sollte von den bekannten Spots direkt in den Zauberwald wandern. Der Weg ist nicht lang, aber es lohnt sich. Der Zauberwald ist ein natürlicher Wald, der durch einen Bergrutsch entstanden ist. Kleine Wasserläufe sind auch zu finden – es lohnt sich!

Zauberwald
2s - f/8 - ISO 400 @ 15mm

Der Obersee


Mit dem ersten Schiff ging es direkt morgens in Richtung Obersee (Anlegestelle Salet). Wie vorher geplant, haben wir uns auf die rechte Seite gesetzt, um die freie Sicht auf die St. Bartholomä zu haben. Entgegen der Wettervorhersage, hat das Wetter leider absolut nicht mitgespielt. Ein klarer Himmel mit grellen Sonnenlicht – tolles Wetter für Touristen, aber absolut keins für gute Fotos!

Die Schiffsfahrt mit dem Elektroboot ist sehr entspannend und informativ. Es wird die Geschichte der Gegend und vom Königssee erzählt. Außerdem wird das bekannte Trompeten-Echo vom Bootsführer an der Ostseite vom Watzmann geblasen.

Aufgrund des Wetters habe ich mir jegliche Mühe ein gutes Foto von der St. Barthomä zu machen erspart. Ich glaube für wirklich gute Fotos muss man hier eher in der Wintersaison sein Glück versuchen, da es im Sommer einfach viel zu spät ist. (Sonnenstand)

An der Endstation (Salet) angekommen, sind wir zum wohl bekanntesten Bootshaus Deutschlands gegangen. Für das Fotografieren hatten wir etwa fünf Minuten Zeit, bevor eine Horde asiatischer Touristen das Bootshaus für den Rest des Tages belagert haben. Wer also mit dem zweiten oder dritten Boot kommt, hat hier schon eher schlechte Chancen das Bootshaus ohne Touristen zu erwischen.

Obersee
1/60s - f/8 - ISO 100 @ 30mm

Anschließend sind wir zur anderen Seite vom Obersee gewandert. Die Wanderung zur Alm ist relativ entspannt und eigentlich für jeden locker machbar . Von dort aus kann man noch zum höchsten Wasserfall Deutschlands wandern. Den Wasserfall kannst du im Hintergrund beim Bootshaus-Foto sehen.

St. Bartholomä


Auf dem Rückweg sind wir an der St. Bartholomä ausgestiegen und haben uns etwas die Gegend angesehen. Es entstanden keine Fotos, sondern eher ruhige und entspannte Stunden auf der Wiese! Wenn das Wetter schon nicht mitspielt, dann kann man sich wenigstens etwas entspannen. 🙂

Den Weg zur Eiskapelle sind wir an diesen Tag nicht mehr gegangen. Erstens waren wir viel zu spät dran, sodass die Kapelle zu hoher Wahrscheinlichkeit überlaufen gewesen wäre und zweitens wäre es zeitlich auch sehr knapp geworden, da das letzte Schiff bereits um 18.00 Uhr ablegt. (ab St. Bartholomä)

Verpasst man das Schiff, dann kann man für etwa 250€ gerne persönlich abgeholt werden. 😉

Wichtige Info zur Eiskapelle: Aufgrund der Einsturzgefahr ist das Betreten der Kapelle verboten!

Hier jedoch ein Foto, dass ich auf dem Hinweg zum Obersee aufgenommen habe.

St. Bartholomä
1/800s - f/7,1 - ISO 200 @ 20mm (CROP x1,6)

Maria Gern


Die Maria Gern Wallfahrtskirche ist wohl die bekannteste Foto-Location im Ortsteil Maria Gern. Mit der Kirche im Vordergrund und dem Watzmann im Hintergrund kann man bei der Komposition kaum was falsch machen.  Der Parkplatz für diese Location liegt direkt an der Kirche selbst. (siehe Locationscout)

Ich glaube jedoch, dass diese Location im Winter oder Herbst wesentlich interessanter ist!

Maria Gern
1/5s - f/11 - ISO 100 @ 50mm (CROP x1,6)

Drei Wasserfälle


Bei schlechtem Fotografie-Wetter (typischerweise Mittagszeit) bieten sich die vielen Wasserfälle in der Region perfekt an. Wir waren bei drei Wasserfällen, wovon einer in Österreich liegt.

Almbachklamm


Der Almbachklamm ist ein enges Tal, durch den der Almbach durchfließt. Von den drei vorgestellten Wasserfällen ist der Almbachklamm der längste. Hier solltest du also mehr Zeit einplanen als für die andern zwei Wasserfälle. Absolut empfehlenswerte Wanderung!

Almbachklamm
1/4s - f/8 - ISO 100 @ 18mm

Wimbachklamm


Für einen kleinen Eintrittspreis kommt man auf den Holzweg durch den Wimbachklamm. Auf dem Weg gibt es mehrere kleinere Wasserfälle und jede Menge Fotospots. Der Klamm ist etwa zwischen Mai und Oktober geöffnet. Ein Parkplatz und eine Bushaltestation befinden sich direkt am Eingang. Der Holzpfad ist teilweise recht eng, sodass du mit dem Stativ aufpassen musst. (Andere Touristen reagieren teilweise sehr genervt)

Wimbachklamm
1s - f/16 - ISO 100 @ 135mm (CROP x1,6)

Golinger Wasserfall (Österreich)


Der Golinger Wasserfall liegen in Österreich und ist mit dem Auto schnell (~30-40 Minuten) zu erreichen. Beachte bitte, dass in Österreich eine Vignetten-Pflicht ist! Die Kosten belaufen sich auf etwa 7,50€ für eine Woche. Erhältlich an fast jeder Tankstelle in Österreich. Neben den schnell zu erreichenden Wasserfall gibt es in der Region jedoch noch zwei Wassermühlen, die einen Besuch auf jeden Fall wert sind.

Aufgrund der starken Strömung und des Windes zerstäubte der Wasserfall viele kleine Wassertropfen, sodass man sehr schnell durchnässt gewesen ist. Ein ordentliches Bild aufzunehmen hat sich durch diese Ursache als äußerst schwer herausgestellt. Kaum hat man die Kamera aufgestellt, schon war die Linse komplett mit Tropfen bedeckt.

Abhilfe schafft hier ein Regenschutz* für die Kamera und das Objektiv und mehrere trockene Mikrofaser* Tücher für die Linse!

Gollinger Wasserfall
1/10s - f/16 - ISO 50 @ 15mm

Lockstein Kapelle


Die Lockstein Kapelle hat mir als Location fast schon am besten gefallen, da man schnell vor Ort gewesen ist und der Parkplatz direkt an dem Fotospot liegt. Dazu kommt noch die perfekte Aussicht mit der Kapelle im Vordergrund und dem Watzmann im Hintergrund. Dieser Spot sollte auf keinen Fall auf deiner Liste fehlen!

Lockstein Kapelle
1/40s - f/11 - ISO 100 @ 27mm

St. Sebastian


Die St. Stebastian Kirche liegt auf dem Weg zum Hintersee und sollte auf jeden Fall mitgenommen werden. Ich habe hier immer auf dem Rückweg meine Fotos gemacht und als kleine Pause gerne auf ein Bierchen vor Ort zurückgegriffen! 😉

Auch hier kann man direkt an der Straßenseite geparkt werden und ist somit innerhalb paar Sekunden am Fotografie-Spot.

St. Sebastian Kirche
320s - f/8 - ISO 100 @ 30mm

Fazit


Das Berchtesgadener Land ist eindeutig einer der eindrucksvollsten Locations in Deutschland. Die bekannten Fotospots sind sehr gut erreichbar und wer „unbekanntere“ Spots selbst entdecken will, hat jede Menge Möglichkeiten dazu. Wer ungefähr eine Woche für seinen Aufenthalt plant, der ist jedoch mit den hier vorgestellten Locations gut bedient.

Wir waren im Sommer vor Ort und hatten somit recht warme Temperaturen und nur etwas Schnee auf den Bergspitzen. Vermutlich wird man im Herbst und im Winter perfekte Bedingungen für gute Fotos haben. Im Herbst wird man die bunten Farben mit dem Nebel und im Winter jede Menge Schnee haben!

Bis dahin warten auf mich jedoch jede Menge Fotos. Insgesamt sind über 1500 Fotos entstanden. Hierbei sind natürlich einige Mehrfachbelichtungen dabei. Auch mache ich oft das selbe Foto mit einem Pol Filter und dann nochmal eins ohne. Welches ich dann am Ende behalte entscheide ich dann zu Hause. 🙂

Ich hoffe, dass ich dir mit diesen Bericht und den Fotos etwas Inspiration auf den Weg geben konnte. Was fehlt noch zu sagen? Such dir ein Ziel, stecke etwas Zeit in die Planung, packe deine Kameratasche und los geht’s!

Wenn dir die Serie gefallen hat und du Bock hast mir etwas Feedback zu geben, dann nutze doch bitte die Kommentar-Funktion! Lass mich wissen, ob dir diese Serie geholfen bzw. gefallen hat und was du vielleicht anders machst als ich! 🙂

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