Einleitung


In diesem Testbericht soll es um das Tamron SP 15-30mm f/2.8* gehen. Ich möchte gar nicht zu technisch und wissenschaftlich an das Thema dran gehen, sondern eher ein Bericht auf Basis meiner Erfahrung verfassen. Wer also Labor-Tests mit MFT-Graphen erwartet, der ist hier eindeutig falsch! 😉

Ich habe mir das Tamron 15-30mm Objektiv für meine Nikon D750 gekauft. Das Einsatzgebiet war hier von Anfang an direkt klar: Landschaftsfotografie mit gelegentlicher Astrofotografie. Damals standen zwei Objektive in der engeren Auswahl. Zum einen das Nikon 14-24mm f/2.8*, welches wohl jedem Landschaftsfotografen bekannt sein dürfte und zum Anderen das Tamron 15-30mm f/2.8. Ich habe mich damals recht schnell für das Tamron entscheiden können, da es genügend Test gab, wo das Tamron besser abgeschnitten hat. Nachdem ich abschließend beide Objektive mal in der Hand gehalten habe, sprach für mich nichts gegen das Tamron. Ganz im Gegenteil, das Tamron ist günstiger, hat einen Bildstabilisator und eine bessere Beschichtung/Vergütung. Der 1mm Unterschied im Weitwinkel war für mich zu vernachlässigen, dann doch lieber die 6mm mehr im Telebereich. On Top gibt es noch eine Garantie von 5 Jahren.

Technische Eigenschaften


Wie bereits oben geschrieben, soll der Bericht nicht zu technisch werden. Ganz ohne technische Daten geht es aber auch nicht. Deswegen habe ich die für mich wichtigsten technischen Daten zum Objektiv mal aufgelistet:

  • Brennweite: 15-30mm
  • durchgehende Blende: f/2.8
  • max. Blende / Aperture: f/22
  • Anzahl Lamellen: 9
  • Filterdurchmesser: kein Gewinde, nur Steckfilter ab 150x150mm!
  • 13 Gruppen & 18 Elemente
  • max. Nahdistanz: 28cm
  • Abbildung: 1:5
  • Bildstabilisator vorhanden
  • Autofokus vorhanden
  • Schalter am Objektiv vorhanden
  • Spritz- und Staubfest: Ja, getestet!
  • Gewicht: 1,1kg

Verarbeitung


Die Verarbeitung ist aus meiner Sicht top. Der Tubus ist aus hochwertigen Kunststoff und mit einem Metallring zur Frontlinse ausgestattet. Der gummierte Fokus- und Zoomring fühlen sich hochwertig an und sind beide – meiner Meinung nach – passend abgestimmt. Der Zoom-Ring ist etwas schwergängiger (was ich gut finde und was auch logisch ist bei den relativ schweren Linsengruppen), dafür der Fokus-Ring butterweich, was für das manuelle Fokussieren wichtig ist. Bei dem Objektiv kann man jeder Zeit in den Autofokus eingreifen und den Fokus manuell nachjustieren. Das Objektiv bietet eine Fokus-Skalar, welche jedoch – wie bei fast allen Objektiven – nicht ganz 100% stimmt. (Zum Beispiel ist „unendlich“ nicht gleich unendlich)

Das Bajonett ist aus Metall und hat einen Dichtungsring als Spritzwasserschutz. Die Frontschutzkappe wird auf das Objektiv aufgesteckt. In der Frontschutzkappe ist der Innenrand gummiert, wodurch die Kappe fest sitzt und außerdem gedämpft und leise aufgesteckt werden kann.

Abbildungsqualität


Die Abbildungsqualität ist der Bereich, indem das Tamron 15-30mm glänzt. Die Schärfe und der Kontrast sind gut. Bei 15mm muss man auf die Randschärfe achten. Das ist ein typisches Problem beim UWW-Objektiv, wobei das Tamron hier relativ gut abschneidet. Etwas matschig am Rand wird es schon – vor allem beim Einsatz von Objektivkorrekturen in Lightroom – jedoch schlägt sich das Tamron hier recht gut. Es ist so gut, dass mich die Schärfe an den Seiten nicht wirklich stört, zumal der Fokus des Bildes eigentlich nie auf dem Rand liegt! 😉

Nebelige Aussichten
1/125s - f/8 - ISO 100 @ 15mm

Schärfe


Nach meiner Erfahrung her ist das Tamron ein wirklich scharfes Objektiv. In der Landschaftsfotografie befindet man sich oftmals im Blendenbereich f/5.6 – f/16. In diesem Bereich ist das Tamron wirklich top. Schon ab Blende f/4 merkt man deutlich, dass die Schärfe (vor allem am Bildrand) besser wird. Der optimale Schärfebereich liegt meiner Meinung nach zwischen f/5.6 und f/11. Ab Blende f/11 merkt man langsam eine Verschlechterung in der Schärfe. Man kann jedoch bedenkenlos bis f/16 abblenden, wenn man es benötigt. Weiter als f/16 gehe ich jedoch nur in den Extremfällen.

Nebel über dem Lilienstein
1/30s - f/8 - ISO 100 @ 30mm

Verzeichnung & Vignettierung


Verzeichnungen und Vignettierungen sind beim Tamron 15-30 natürlich vorhanden. Für ein Ultra-Weitwinkel (UWW) ist die Verzeichnung bei diesem Objektiv kein so großes Problem. Oftmals möchte man beim UWW eben diese Verzeichnung auch haben. Das eigentliche Problem der Verzeichnung ist meiner Meinung nach die Bildschärfe, die an den Bildrändern verloren geht. Eine Vignettierung wird oftmals am Ende sowieso hinzugefügt. Meiner Meinung also kein großes Thema, worüber man sich wirklich Gedanken machen muss.

Verzeichnungen und Vignettierungen sind in der Landschaftsfotografie aber generell kein sehr großes Problem. Das meiste davon kann man mit einem Klick in Lightroom direkt beheben. Für das Tamron 15-30mm gibt es in Lightroom vorgefertigte Vorlagen von Adobe, wodurch die Behebung recht schnell und einfach ist. Klar, wenn man eine Vignette nicht wünscht, dann muss bei einer Offenblende an den Seiten aufgehellt werden. Durch das Aufhellen entsteht etwas Bildrauschen, was man aber normalerweise nicht sieht, wenn die Kamera einigermaßen aktuell ist. 🙂

Dramatische Wolken im Nationalpark Sächsische Schweiz
1/60s - f/11 - ISO 100 @ 19mm

Flare


Flares sind bei (Ultra)-Weitwinkel-Objektiven immer ein etwas größeres Problem. Flares entstehen beim direkten Fotografieren in eine Lichtquelle. Das Tamron hat eine von Tamron entwickelte eBAND-Nanobeschichtung, die unerwünschte Reflektionen unterdrücken soll. Zu der eBAND-Nanobeschichtung gibt es außerdem noch eine zusätzliche BBAR-Beschichtung, die speziell für den Einsatz von Ultra-Weitwinkel-Objektiven optimiert worden ist. Durch den Zusammenspiel dieser beiden Beschichtungen verspricht das Tamron 15-30 eine deutliche Reduzierung von Flares. Durch den fast zwei-jährigen Einsatz vom Tamron 15-30mm 2.8 VC kann ich dies nur bestätigen. Ich habe mit dem Objektiv so gut wie nie ein Problem mit Flares gehabt. Will man aber auf Nummer sicher gehen, dann kann man folgendes machen: Bei der Landschaftsfotografie fotografiert man sowieso meistens vom Stativ, somit hat man seine Hände frei und kann mit der Hand das seitliche Licht einfach blocken. Dabei sollte man nur drauf achten, dass die Hand nicht im Bild ist, denn bei 15mm auf Vollformat ist der Bildausschnitt schon enorm! 🙂

Ein weitere Vorteil hierbei ist: Der Kontrast ist deutlich besser!

Wenn man direkt in die Sonne fotografiert, kann man diesen Trick mit etwas Photoshop auch bedenkenlos einsetzen. Einfach zwei aufeinander folgende Fotos machen und bei einem Bild die Sonne (zum Beispiel) mit einem Finger verdecken und anschließend in Photoshop diesen Bereich ausmaskieren! Nichts worüber man sich in der Landschaftsfotografie wirklich einen Kopf machen sollte.

Sonnensterne / Sunstar


Eine für mich wichtige Eigenschaft eines Objektives ist der Look vom Sonnenstern. Dieser ist unteranderem von der Anzahl der Lamellen abhängig. Bei dem Tamron befinden sich 9 Blendlamellen im Objektiv, womit man bei Sonnensternen kein Problem haben sollte. Die Sonnensterne sind, je nach Blende, schön und scharf im Bild sichtbar. Lange Rede, kurzer Sinn: hier ein Beispiel.

Herbst im Rombergpark
1/8s - f/20 - ISO 100 @ 30mm

Fazit


Das Tamron 15-30mm 2.8 ist eins der besten (Ultra-)Weitwinkel-Objektive auf dem Markt, was in einer mittleren Preisliga angesiedelt ist. Die Abbildungs- und Verarbeitungsqualität spielt in der oberen Liga. Den Bildstabilisator und den Autofokus braucht man in der Landschaftsfotografie in den meisten Fällen nicht. Möchte man aber andere Genres fotografieren oder filmen, dann können diese zwei mitgelieferten Features extrem hilfreich sein. Mein persönliches Manko an diesem Objektiv ist ganz klar: Die Größe, das Gewicht und die notwendigen großen Filter(halter). Wer jedoch keine Filter nutzen möchte und das Objektiv nicht den ganzen Tag rumtragen muss, der hat hier ganz klar eins der besten Ultra-Weitwinkel, die man aktuell auf dem Markt finden kann.

In der Zwischenzeit ist die zweite Generation vom Tamron 15-30mm* herausgekommen. Ich hatte bis jetzt noch keine Chance das Objektiv zu testen. Nach meiner Erfahrung sind die G2 Objektive bis jetzt aber alle wirklich gut geworden. Wer sich das Geld jedoch sparen will, der kann immer noch bedenkenlos zur G1 Variante greifen. Mit der Markteinführung von G2 wird der Preis für die erste Generation auch sicherlich etwas fallen. Gute Chance also ein Top-UWW für (noch) weniger Geld zu bekommen!

Hier noch einmal eine kurze Zusammenfassung aller Eigenschaften des Objektives.

Pro

  • Super Abbildungsqualität (Schärfe & Kontrast)
  • Flare unempfindlich
  • Spritz- und Wassergeschützt
  • Schmutz- und feuchtigkeitsabweisende Fluor-Beschichtung an der Frontlinse
  • Bildstabilisator
  • Top Preis/Leistung
  • 5 Jahre Hersteller-Garantie (bei Registrierung!)

Contra

  • Keine Gewinde für Schraubfilter, da festverbaute Streulichtblende
  • Relativ schweres Objektiv
  • Frontlastig

Neutral

  • Wer Filter verwenden möchte: Schwere, große und teilweise teuere Filterhalter und Filter notwendig

Meine Bewertung


Für die Bewertung von Objektiven habe ich mir eine persönliche Bewertungsmatrix überlegt. Was genau in die Bewertung einfließt, wie die Gewichtung für das Gesamtergebnis ist und alles weitere findest du hier genau beschrieben.

Bewertung: Tamron 15-30mm

Optische Abbildungsqualität 81Punkte
Verarbeitungsqualität 90Punkte
Größe und Gewicht 48Punkte
Features 90Punkte
Preis 80Punkte
Gesamtbewertung 77Punkte

Wie ist deine Erfahrung mit dem Objektiv? Fragen, Erfahrungen oder Anmerkungen – wie immer – gerne in die Kommentare! 🙂

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