So fängt es oft an…

Wer sich das erste mal ein Objektiv kauft, der kriegt oft vom Verkäufer den Tipp:

>> Dann nehmen Sie am besten noch den UV-Filter mit. Sorgt für bessere Farben und bessere Sättigung. Und ganz wichtig: Er schützt Ihr Objektiv vor Kratzer und Dreck! <<

Aber auch in Foren findet man oft solche Aussagen. Anfänger, die sich damit noch nicht beschäftigt und auch keine Erfahrungen haben, nehmen diesen Tipp dann oft entgegen und entscheiden sich für den Kauf des UV-Filter. Dann kommt aber irgendwann das nächste Objektiv und der Spaß fängt von Anfang an. Oftmals passt entweder der Durchmesser nicht mit den vorhanden Objektiven überein – oder man ist einfach zu faul den Filter auf das aktuell genutzte  Objektiv zu wechseln. Also kauft man sich noch ein UV-Filter…

Aber braucht man diese Filter überhaupt?

Die oft versprochene Farb- und Sättigungsverbesserung kommt eigentlich aus der analogen Zeit und haben in der digitalen Fotografie keine Einflüsse auf das Foto. Durch einen UV-Filter wird das Bild nicht besser, farbreicher oder gesättigter – ganz im Gegenteil! Durch den Einsatz eines UV-Filters verliert ihr an Schärfe und die Lense-Flare-Bildung steigt! Und das Geld ist auch weg! 😉

Aber was ist mit dem Schutz-Faktor?

In den meistens Objektiven ist heute sehr hochwertiges Glas mit unterschiedlichsten Beschichtungen verbaut. So ganz einfach kriegt ihr also kein Kratzer rein. Selbst wenn man einen Kratzer auf dem Objektiv hat, dann sieht man diesen meistens nicht auf den Bildern – schon gar nicht mit einer offenen Blende (kleine Blendenzahl).  Dennoch macht es in manchen (seltenen) Situationen doch Sinn, sich über einen UV-Filter Gedanken zu machen. Ich meine damit nicht, dass man den UV-Filter immer drauf haben sollte. Aber wenn man in Situationen fotografiert, wo z. B. viel Schlamm durch die Luft fliegt (Motocross), dann könnte man drüber nachdenken sich ein UV-Filter über die Linse zu schrauben. Dabei wäre mir der Faktor Schutz aber nicht so wichtig, wie: Die leichtere Reinigung!

Möchtest du deine Linse vor Stößen schützen, dann verwende lieber eine Streulichtblende. Erstens hast du durch die Streulichtblende weniger Lense-Flares und auch kontrastreichere Bilder und zweitens ist die Streulichtblende größer als der UV-Filter und somit erfolgt der möglich Stoß eher weiter von der Linse weg.

Mein Fazit

Wenn es um das Thema UV-Filter in der digitalen Fotografie geht, findet man viele Anhänger für beide Meinungen. Die einen finden es ein Unding ihr teures Objektiv ohne Schutz zu nutzen, die anderen verstehen nicht, wieso man sich vor dem teuren Objektiv einen Filter aus Billig-Glas schraubt. Früher hatte ich auch auf jedem Objektiv einen passenden UV-Filter drauf. Aktuell  verwende keinen UV-Filter mehr. Zum einen möchte ich nicht das Geld ausgeben und zum anderen überwiegen für mich die Nachteile eindeutig! Wenn ich jedoch in einer Situation bin, wo ich viel Dreck zu erwarten habe, dann werde ich mir Gedanken um ein UV-Filter machen. Denn eine Reinigung von gewölbten Objektiven/Linsen ist eindeutig schwerer als eine Reinigung von glattem Glas, welches ich zur Not auch einfach wegwerfen kann.

Wenn du also nicht in solchen Situationen fotografierst, dann kauf dir keinen UV-Filter! Wenn du dir aber aus welchen Gründen auch immer einen kaufen möchtest, dann bedenke folgendes:

  • Kauf dir nicht die günstigsten UV-Filter! Ein gutes Preis- und Leistungsverhältnis haben diese Hoya Filter*
  • Lass den UV-Filter nicht durchgehend auf deiner Linse. Nimm den Filter vor allem bei Sonnenauf- und untergängen ab! Immer wenn du direktes Gegenlicht hast, solltest du den Filter abmontieren.
  • Wenn du weitere Filter verwenden willst (z. B. Pol-Filter) dann nimm den UV-Filter ab und schraube nicht alles übereinander!

Deine Meinung

Wie ist deine Meinung zu diesem Thema? Verwendest du UV-Filter nur in bestimmten Situationen, gar nicht oder nur ab und zu? Lass es mich wissen! 🙂


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