Landschaftsfotografie kann kostengünstig sein…

… aber auch extrem teuer!

Wenn man anfängt sich mit der Landschaftsfotografie etwas tiefer zu beschäftigen, stößt man irgendwann automatisch auf bekanntere Fotografen im Internet. Guckt man sich dann deren Ausrüstung an, dann stellt man oft fest, dass extrem teures Equipment genutzt wird. Eine High-End Kamera mit etlichen lichtstarken Pro-Objektiven. Ah, und ein Carbon-Stativ darf natürlich auch nicht fehlen! 😉

Aber braucht man wirklich so ein Equipment, oder reicht ein „Low-Budget“ Gear in der Landschaftsfotografie aus? Schauen wir uns mal als erstes an, was überhaupt wichtig ist.

Was braucht man wirklich?

Eigentlich ist es einfach. Du brauchst eine Kamera, ein Objektiv und ein Stativ – mehr nicht! Alles weitere sind „nice to have“ Gadgets und können vermieden werden.  In der Landschaftsfotografie geht es meistens um nicht bewegte Szenen, wodurch die Anforderung für die Ausrüstung nicht hoch ist. Teure Filter benötigt man für den Anfang auch nicht. Der einzige Filter, denn man sich später kaufen sollte, ist der Pol-Filter. Alle weitern Filter werden in der digitalen Fotografie eigentlich nicht benötigt.

Die Kamera: CROP oder Vollformat?

Bei der Kamera spielt die Sensorgröße in den meisten Situationen keine Rolle. Der einzige Vorteil eines größeren Sensors in der Landschaftsfotografie ist das Rauschverhalten. Das Rauschverhalten spielt jedoch nur dann eine wichtigere Rolle, wenn es um „extreme“ Situationen, wie zum Beispiel der Astrofotografie geht. Alles andere eliminieren wir sowieso mit dem Einsatz eines Statives. Oft gibt es dann noch das Argument, dass Vollformat-Bodys mehr Auflösung liefern, was in der heutigen Zeit nicht umbedingt eine Rolle spielt, da aktuelle CROP-Systeme mit über 20 MegaPixel mehr als genug Auflösung bieten. Und wenn das einem nicht reicht, dann kann man immer noch ein Panorama erstellen! 🙂

Wer also Geld und Gewicht sparen will, der kann beruhigt zum kleineren Sensor greifen. Plant man jedoch von Anfang an „extremere“ Fotos zu machen, wo ein hoher ISO-Wert benötigt wird, dann sollte man sich überlegen, ob man mehr Geld in ein Vollformat-System stecken möchte. In den meisten Fällen reicht jedoch ein kleiner Sensor aus.

Anbei drei Fotos, die mit einer Canon 700D* und dem 18-135mm (Kit) Objektiv* erstellt worden sind:

 

f/8 | 1/250s | ISO 100 @ 19mm

f/8 | 1/400s | ISO 100 @ 76mm

f/8 | 1/125s | ISO 200 @ 135mm

Das Objektiv ist wichtiger

Bei Landschaftsfotos möchte man in dene meisten Fällen immer eine durchgehende Schärfe im Bild haben. Bedeutet, dass man vom Vordergrund bis zum Hintergrund alles so scharf wie nur möglich haben möchte. Wer die Blende verstanden hat, dem sollte klar sein, dass sich dafür eine Offenblende (kleine Blendenzahl) nicht eignet. Somit fällt ein Hauptargument für teure Objektive weg: Die Offenblende. Die meisten teuren Objektive haben eine weite Offenblende (z. B. durchgehende Blende von f/2.8 oder kleiner) und sind deswegen wesentlich teurer als ein vergleichbares Objektiv ohne durchgehende Offenblende. Vergleicht man z. B. diese zwei Objektive Canon EF 70-200mm 1:4,0L* und Canon EF 70-200 mm 1:2,8 L*, dann sprechen wir immerhin von ca. 1000,- Euro Preisunterschied, bei gleicher Brennweite und nahezu identischer Qualität!

Das gute ist: Bei der Landschaftsfotografie brauchen wir eine Offenblende nicht und können somit das günstigere Objektiv nehmen! Mit dieser Wahl sparen wir nicht nur das Geld, sondern haben ein kleineres und vor allem leichteres Objektiv, was bei Blende f/5.6 – f/16 (der meist genutzte Blendenbereich in der Landschaftsfotografie) genau die gewünschte Schärfe liefert.

 

Brauche ich ein Bildstabilisator?!

Ob man sich für ein Objektiv mit Bildstabilisator entscheidet bleibt einem selbst überlassen und kommt vor allem drauf an, ob man viel von Hand fotografiert oder zum Beispiel auch filmt. Ich selbst fotografiere relativ wenig aus der Hand und habe deswegen meinen Bildstabilisator (wenn vorhanden) meistens deaktiviert. Wenn man jedoch auch filmen möchte, dann ist ein Bildstabilisator eine ungemein nützliche Hilfe! Die Entscheidung sollte somit also bedacht getroffen werden! 🙂

Alu-Stativ oder Karbon-Stativ? Kugelkopf oder doch ein Dreiwege-Kopf?

Bei der Wahl des Statives, gibt es einige Punkte die man zu beachten hat. Zum einen sollte man sich über das Material klar sein: Alu– oder Karbon-Stativ? Möchte man wieder etwas (oder auch viel) Geld sparen, dann sollte man sich für das Alu-Stativ entscheiden. Ist das Ziel aber ein möglichst leichtes Setup zu haben, dann kann man sich die Karbon-Stative näher anschauen.

Anbei eine kleine Gegenüberstellung von Alu- und Karbon-Stativen:

Aluminium-Stativ

  • gutes Preis- und Leistungsverhältnis
  • stabil, wenn man nicht das günstigste nimmt
  • anfälliger für Rost
  • schwerer als das Karbon-Stativ
  • Schwingungen werden stärker auf die Kamera übertragen (der Stativkopf spielt jedoch auch eine Rolle)
  • Nimmt Wärme und Kälte schneller auf

Karbon-Stativ

  • Höhere Belastbarkeit und höhere Steifigkeitswerte
  • Schwingungsdämpfung ist höher als beim Aluminium
  • Leichter und stabiler als Aluminium Stative
  • Nehmen die Außentemperatur kaum auf (Bei Kälte könnt ihr das Stativ am Bein anfassen, ohne daran festfrieren zu müssen)
  • Wetterresistenter (Rost, etc)
  • Teuer

Weitere Fragen, die man sich stellen sollte

Natürlich gibt es bei der Wahl des Statives einiges mehr zu beachten.

  • Was ist die maximale Größe?
  • Was ist die Packgröße?
  • Wie viele Segmente hat das Stativ?
  • Ist eine Mittelsäule wichtig?
  • Spikes oder keine Spikes?
  • uvm.

Für den Anfang sind das aber ggfs. alles Fragen, die man nicht so einfach beantworten kann. Aus diesem Grund sind hier zwei gute Alu-Stativ für den Anfang:  Vanguard Alta Pro* oder das Rollei C5i*.

Das Venguard Alta Pro benutze ich selbst seit Jahren und bereue den Kauf bis heute nicht. Eine Investition, die sich auf jeden Fall lohnt!

Für welchen Kugelkopf man sich entscheidet macht eigentlich für das Resultat keinen Unterschied. Ich persönlich favorisiere Kugelköpfe, da das Gewicht und die Größe meistens am geringsten ist und ich damit am schnellsten meine Komposition einstellen kann. Am besten probiert ihr die verschiedenen Köpfe mal bei eurem Händler des Vertrauens aus und entscheidet anschließend welcher Kopf euch am besten gefällt.

Fazit

Zusammengefasst man sagen, dass die Landschaftsfotografie keine speziellen Anforderungen an das Equipment hat. Man benötigt nicht umbedingt eine Vollformat-Kamera, kein offenblendiges Objektiv und auch kein teures Stativ. Viel wichtiger sind: Früh aufstehen, mehr fotografieren und Planung!


Deine Meinung ist gefragt

Wie sieht dein Equipment für die Landschaftsfotografie aus? Benutzt du eine Vollformat-Kamera? Nutzt du ein offenblendiges Objektiv? Karbon-Stativ? Wenn ja, wieso? 🙂

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